Das Judasohr - ein Pilz mit biblischem Namen

Der ungewöhnliche Name Judasohr geht auf eine alte Legende zurück. Man sagt, Judas Iskariot – der Jünger, der Jesus verriet – habe sich nach seiner Tat an einem Holunderbaum erhängt. Genau an diesem Baum wächst das Judasohr häufig. Sein gallertartiger, ohrförmiger Fruchtkörper erinnert von der Form her an ein menschliches Ohr.
Das Judasohr ist leicht zu bestimmen und kann fast nicht verwechselt werden. Rötlich-braune Farbe, gummiartige Konsistenz, dünn und ohrförmige Form, so lässt es sich beschreiben. Die Unterseite des Pilzes ist glatt und oft von erhabenen Leisten durchzogen,  die Oberseite ist fein samtig. Bevorzugt gedeiht er an Ästen von abgestorbenen und geschwächten Holunderbäumen, gelegentlich aber auch an anderen Laubbäumen.  Der Fruchtkörper kann komplett austrocknen und bei Regen wieder aufquellen.

Die länglichen und zylinderförmigen Basidien dieses Pilzes sind querseptiert, dies ist sehr charakteristisch und er unterscheidet sich mikroskopisch vor allem dadurch von anderen Gallertpilzen.

Auch kulinarisch hat das Judasohr einiges zu bieten. Der Geschmack ist zwar nicht sehr intensiv, aber es lässt sich hervorragend in Suppen, Wok-Gerichten und Salaten verarbeiten, denn es nimmt Gewürze und Saucen hervorragend auf. In der asiatischen Küche ist er auch unter dem Namen Mu-Err-Pilz bekannt.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0